Stellungnahme des bochumerküstlerbundes zur angedachten Schließung des Kunstmuseum Bochum
|
Januar 2012 | |
Mitten in den Vorbereitungen zur großen, alle drei Jahre stattfindenden Überblicksausstellung „bochumerkünstler 2012“, die der bochumerkünstlerbund im März 2012 im Kunstmuseum Bochum zeigen wird, erreichte uns die Nachricht von dem Schließungskonzept für das Kunstmuseum. Für uns als Künstlerbund ist eine Schließung unvorstellbar. Seit 1946 besteht eine enge Kooperation mit dem Kunstmuseum Bochum bzw. dessen Vorläufer. Alle bisherigen Museumsleitungen haben die Arbeit von bildenden Künstlerinnen und Künstlern aus Bochum gefördert. Die jetzigen Museumsleiter, Herr Dr. Golinski und Herr Hiekisch-Picard, haben uns in ihrem Haus Möglichkeiten für große und kleinere Ausstellungen geboten und durch fachliche Begleitung und Diskussionen bei der Jurierung der eingereichten Kunstwerke unterstützt. Eine Tradition der Zusammenarbeit, die in den Ruhrgebietsmuseen in dieser Form ihresgleichen sucht. Das Museum ist für große Teile der Bevölkerung nicht nur der wichtige und zentrale Ort der Begegnung mit Werken der bildenden Kunst, sondern eine wesentliche Schaltstelle im Netzwerk der regionalen und überregionalen Bildungsarbeit geworden. Für den bochumerkünstlerbund stellen sich vor dem Hintergrund seiner langjährigen Mitgestaltung der Kulturarbeit für diese Stadt Fragen, die beantwortet werden wollen. Wenn das Kunstmuseum tatsächlich geschlossen werden sollte:
- Wer setzt danach Impulse für die kulturelle Bildungsarbeit auf dem Gebiet der bildenden Kunst in dieser Stadt und bündelt die vielfältigen Aktivitäten?
- Wie und wo können bildende Künstlerinnen und Künstler der Stadt und der Region durch adäquate Ausstellungsprojekte gefördert werden?
- Wie und wo kann ein Kommunikationsforum für Kunstinteressierte und Kunstschaffende errichtet werden, wenn kein Ort der Kommunikation und keine pädagogische Museumsarbeit mehr existieren?
- Wer leistet die Unterstützung von Schulen und Erwachsenenbildungs-einrichtungen bei der Hinführung an die bildende Kunst ohne Ausstellungsort Museum und die Hilfe der dort arbeitenden Fachkräfte?
Bei allem Verständnis für den Zwang zu Einsparungen ist es nicht hinnehmbar, eine Säule aus dem Gebäude „Kulturstadt Bochum“ herauszubrechen.
Klaus Nixdorf |